Mittwoch, 28. Juli 2010

お久しぶりです。。

Lang lang ist es her...

Ich weiss, ich bin ein blogfaules Ding, es tut mir auch fast leid, aber ich war halt beschäftigt, ne ;)
Jedenfalls! ...flieg ich morgen wieder nach Japan und fange ein Praktikum bei dem internationalen Robotikunternehmen IAI in Shimizu an.
Eigentlich nutze ich das Praktikum ja nur, um meine Freunde in Shizuoka wiederzusehen und mal wieder in meiner Lieblingskneipe mich an Sashimi und Sake zu laben...Ich hoffe nur, dass mein baldiger Chef kein Deutsch versteht und diesen Blog nie lesen wird...

Ich erzähl mal ein bisschen zur Vorgeschichte.
Fabi, ein Kommilitone und Freund von mir, und ich haben durch Zufall im japanischen Seminar ein Ausschreiben der Präfekturregierung von Shizuoka für ein Betriebspraktikum entdeckt.
Es gab zwar nur 2 Plätze, aber da sich bisher nur eine einzige Person eingetragen hatte (Leute, schonmal was von Werbung gehört? Bei dem winz-Aushang hätte ja schon eine fette Überschrift oder ein Tupfer Farbe genügt! Nunja, mein Schaden soll's nicht sein), rechneten wir uns ganz gute Chancen aus (3:2) und trugen uns einfach mal blauäugig ein.
Gesagt getan...innerhalb lürzester Zeit mussten wir ein etwa einseitiges Motivationsschreiben auf Japanisch abliefern. An dieser Stelle möchte ich herzlichst Fabian für die Hilfe beim Schreiben danken, da mein Japanisch sich doch eher auf rudimentäre Kommunikationsfetzen, zustimmende Geräusche und die Annahme von Bestellungen beschränkt.
Wenig später gab es dann ein Interview mit einem Japaner vom JETRO, einer japanischen Vereinigung zur Förderung der japanischen Wirtschaftskontakte im Ausland. Das war dann schon eher mein Ding, improvisieren kann ich :)
Schlußendlich haben von 4 (!) Bewerbern Fabi und ich die Plätze bekommen. Und dann ging ein Schnellsammelverfahren für weitere Bewerbungsunterlagen für ein Kurzstipendium des DAAD (deutscher akademischer Austauschdienst) los, Japan ist schliesslich nicht billig..natürlich gehörte dazu noch ein Motivationsschreiben; mir fiel es ein wenig schwer mich für ein weiteres Motivationsschreiben zu motivieren...

Aber nunja, irgendwann war dann alles geschafft, Flüge gebucht, wir haben uns gründlich gegen allen möglichen Sch.. (Tod durch Insektenbisse etc.) versichert und morgen geht für uns beide der Flug...
Ich sitz heut abend ein wenig auf heißen Kohlen, am Montag hab ich meine letzte Klausur geschrieben, gestern Abend musste ich nochmal arbeiten und morgen, am Donnerstag geht es los.
Heute und gestern war ich fast den ganzen Tag unterwegs um auch ja nicht mit zu wenig Gastgeschenken anzukommen. Dazu kam dann noch mein erster richtiger Hosenazug für 200Euro und heute dann noch eine neue Laptop/Business-Tasche für weitere 50; eigentlich hatte ich mein Stipendium für andere Dinger verplant...
Aber ich muss sagen, ich seh ja sowas von seriös aus im Anzug! :)

Ich dachte, dies wäre eine gute Gelegenheit um meinen Blog zu reaktivieren.
Hoffentlich bleib ich diesem guten Vorsatz auch wenn ich dann "drüben" bin.

Also, der nächste Eintrag dann aus Japan!

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Allgemeine Informationen


Da ich mich in Anbetracht des wunderbaren Regenwetters und meiner anhaltenden Erkältung beschlossen habe die eine Stunde unnützen Unterrichts (日本の生活 - Leben in Japan) zu schwänzen, dachte ich, ich nutz die Zeit mal für einen neuen Blogeintrag und schreib mal ein paar allgemeine Informationen wer ich eigentlich bin und was ich überhaupt in Japan mache.

Also...Ich bin Gesche, moin.
Seit ca. 3 Jahren studiere ich Regionalwissenschaften Japan in Bonn. Anfang letzten Jahres hab ich mich für einen uniinternen Austausch nach Japan beworben. Zur Auswahl standen dabei diverse Plätze an zwei Universitäten in Tokyo, einer in Kagoshima und Kumamoto und 5 Plätze an der Universität in Shizuoka 静岡. Auf letztere habe ich mich mit einer Forschungsarbeit über die lokale Zeitung hier beworben und auch wirklich einen Platz bekommen.
Deswegen bin ich jetzt seit Ende September in Japan und seit etwas mehr als 2 Monaten in Shizuoka.
Das Unileben ist eher unspektakulär. Nach dem Einstufungstest im Oktober bin ich in Kurs 3 von 5 gekommen (gutes Mittelfeld ; ). Pro Woche habe ich nur drei mal Japanischunterricht; einen Kurs in dem über allen möglichen Kram geredet werden kann (auf japanisch) sowie oben erwähnten Leben-in-Japan-Unterricht (auf englisch).
Zusätzlich habe ich noch eine Vorlesung über Politik und ein Politik-Seminar. Die sind eigentlich schon interessanter, auch wenn ich eher wenig versteh. Der Lehrer dieser beiden Veranstaltungen ist mein Betreuungslehrer und bemüht sich auch richtig um mich, z.b. krieg ich eine kurze Zusammenfassung der Vorlesung und im Seminar habe ich das Buch über das diskutiert wird auf englisch bekommen (Jeffrey D. Sachs: The End of Poverty).
Ansonsten mach ich "aus Spaß" noch einen Französischkurs am Montag.
Ich hab mich bei der Stundenplanzusammenstellung leider nicht allzu geschickt angestellt und deswegen jeden Tag Unterricht. Oftmals nur für 1 1/2 Stunden. Bei einem Anfahrtsweg mit dem Fahrrad von ca. 30 min. ist meine Motivation für die Uni oftmals nicht allzu groß ; )
Die meisten Studenten wohnen in Wohnheim nah bei der Uni. Die Uni liegt ein wenig außerhalb auf einem der umgebenden Berge. Die Gebäude sind mittelmäßig hübsch, aber man hat eine tolle Aussicht von da oben. Die ausländischen Studenten wohnen in einem Wohnheim relativ zentral in der Stadt. Zum einkaufen und weggehen ist das praktisch, dafür hat man's recht weit zur Uni.
Es fährt zwar auch ein Bus, aber der ist zum einen relativ teuer und braucht gut eine Stunde zur Uni, deswegen fahr ich meist mit dem Fahrrad.

So, jetzt noch ein paar Bilder und dann reichts auch erstmal für heute : )

Montag, 17. November 2008


Öffentliches Ärgernis

Nu isses endlich so weit, die ersten Schritte in Richtung Landesverweis sind eingeleitet; heute hatte ich den ersten Stress mit der hiesigen Polizei.
Am Sonntag wurde ich von einem Bekannten zu nem kleinen Ausflug mit nem Kumpel in eines der Dörfer hier in der Umgebung eingeladen...so ich mich recht erinnere war der Name des (für japanische Verhältnisse) idyllischen Ortes Yui. Yui ist bekannt für Sakura Ebi (fritierte kleine Babygarnelen die einen noch mit ihren kleinen schwarzen Augen durch den Fritierteig hindurch anstarren...lecker waren sie trotzdem) ...wie eigentlich jede Stadt in Japan für irgendwas Essbares bekannt ist. Bei den Japanern scheint sich irgendwie alles um's Essen zu drehen..ich frag mich immer noch wieso die alle so dünn sind und wieso die Mädels immer im kurzen Rock oder Hotpants rumlaufen auch wenn's draussen langsam echt a..kalt wird...ich vermute ja Entengene, die können auch barfuss auf Eis stehen ohne zu frieren..hat irgendwas mit der Blutzirkulation zu tun...
Ok, ich schweife ab...
Nunja, jedenfalls haben wir eigentlich einen sehr netten Tag verbracht: Essen in Yui, ein wenig Souvenirs kaufen, dann zurück nach Shizuoka, bisl rumcruisen und Kaffee trinken, die Tochter von dem Kanadier abholen und dann Abendessen bei seiner Familie. Irgendwann gegen 10 haben wir dann noch einen kurzen Schlenker vorbei an einer Küstenstraße gemacht an der es angeblich spucken soll (die Geister der Menschen die dort von der Klippe springen; beliebter Volkssport in Japan) und dann wurde ich direkt vor dem Wohnheim abgesetzt...was für ein Service.
Nur leider stand mein Fahhrad noch in der Nähe des Parkes bei dem wir wohnen vor einer dieser kleinen Polizeistationen.
Eine Nacht stehen lassen und morgen früh wieder abholen...kein Problem dacht ich mir.
Heute morgen klopfte dann ein fröhlich grinsender Thomas an meine Tür und erzählte mir, dass die Polizei so eben bei der Rezeption angerufen hat; der Besitzer des Fahrrades möge dieses doch bitte abholen. Ich also schnell geduscht, angezogen und ab. Natürlich halten mir die freundlichen Beamten (ironischer Unterton an) erstmal eine Standpauke, ob das denn in meinem Land auch so wäre, dass man sein Fahrrad einfach auf fremden Grundstücken stehen lässt etc. etc...gut, gut, dass Polizisten selten Sinn für Humor haben ist ja bekannt, sonst wären sie keine Polizisten. Weniger lustig wurde es dann jedoch als sie mich nach meiner Alien Registration Card fragten, sowas wie mein Personalausweis hier. Ich versuchte ihnen auf meinem noch recht holprigen Japanisch zu erklären, dass ich gerade nur meine Haustürschlüssel und die für das Fahrrad bei mir hätte. Keinerlei Verständnis für meine Lage.
Also erstmal weiteres böses Anstarren bis sie dann irgendwann im Wohnheim angerufen haben wo man meine Identität bestätigen konnte (kann ich auch; ich weiss, dass ich ich bin).
Irgendwann dann, nach 5 weiteren Standpauken von denen ich vielleicht maximal 3 verstanden hab wurde ich dann gütigerweise gehen gelassen und musste nun doch nicht in den Knast (irgendwie kommt mir dabei gerade eine gewissen Simpsonsfolge in den Sinn...).
Aber etwas Gutes hat die ganze Sache vielleicht. Zum einen werd ich sicher nie wieder ohne ARC aus dem Haus gehen und zum anderen kennen mich jetzt die freundlichen Beamten aus der Polizeistation an der ich jedesmal auf dem Weg zur Arbeit vorbeifahr...juhuu...
Ich glaub meinen Motorradführerschein beantrag ich lieber wo anders...

Freitag, 24. Oktober 2008

Sonntag, 28. September 2008

The Arrival

Soo....da bin ich nun in Japan...
als erstes musste ich mich am...ich glaub es war Freitag (also noch Donnerstag in Deutschland? Ich bin noch immer ein wenig durcheinander) erstmal am Flughafen um eine Jugendherberge kuemmern. Das lief ein wenig anders als geplant, ich hatte naemlich kein Zimmer reserviert und einfach gehofft, dass ich schon irgendwie einen Platz kriege..war aber nicht so! Naja, dann halt ne andere...das Osaka International Youth Hostel. War ne gute Idee, auf dem Zug dahin traf ich naemlich `n ziemlich lustiges kleines Maedchen namens Christine. Eine irische Austauschstudentin aus Leeds die auf dem Weg in die gleiche Jugendherberge war wie ich.
So...und bis heute hocken wir zusammen in einem Zimmer (mit einer Japanerin uneinschaetzbaren Alters die mir staendig Sachen erklaert die ich auf Grund meines schlechten Japanisch leider nicht verstehe..gomem Keiko) und machen Tripps nach Osaka wo wir uns durch diverse Zugstationen schlagen und mittlerweile ernsthaft behaupten koennen uns mit dem osakanischem Zugsystem auszukennen.
Jetzt muss ich nurnoch einen moeglichst kostenguenstigsten Weg finden nach Shizuoka zu kommen...nichts leichter als das, drueckt mir die Daumen ^^
Hach, ist ein Chaostrip bis hierher, aber seeehr lustig. Ich hab schon so viele nette Leute kennengelernt, unter anderem Daniel/Akira, einen deutsch Japaner (oder japanisch Deutschen) der in der Herberge seinen Zivi macht. Komm ganz schoen durcheinander, japanisch - englisch - deutsch + Jetlag, aber es wird besser ^^
Ich glaub der naechste Eintrag kommt irgendwann wenn ich in Shizuoka angekommen bin; dann hoffentlich auch mit ein paar Fotos...sobald ich ein neues Laptopkabel hab, hab meins naemlich zu Hause vergessen : )